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Japan Studienreisen

Ojiya-chijimi & Echigo-jofu

Stoffrolle

Das Ojiya-chijimi und auch Echigo-jofu sind Techniken für ein Gewebe, dass traditionell zur Herstellung von Sommerkimono verwendet wird. Durch die be­stimmte Verarbeitung der Fasern kühlt der Kimono den Körper im Sommer. Die Hauptproduktion ist in der historischen Provinz Echigo, dem heutigen Niigata. Es wird zur heutigen Zeit immer noch dort hergestellt und gehört seit 2009 auf die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Mensch­heit der UNESCO.

Wie entsteht dieser Stoff?

Japan ist ein Land mit mehreren Klimazonen, da es sich vom 20. bis zum 45. Breitengrad erstreckt. Die Winter können in den nördlicher gelegen Provinzen wie Niigata, Aomori oder natürlich Hokkaido sehr kalt werden. Der Sommer hingegen ist in Japan immer sehr heiß, dafür aber nicht stickig, da die japanische Inselkette völlig von Meer umgeben ist. Der typische Kimono oder Yukata aus Seite oder Baumwolle konnte zu dieser Zeit viel zu heiß werden. Aus diesem Grund entwickelten Japaner in der his­torischen Provinz Echigo, genauer gesagt in der Region um Uonuma eine spezielle Technik zur Verarbeitung von Chinagras, auch Ramie genannt.
Ursprünglich wurde auch Hanf zur Herstellung von Arbeiterkleidung genutzt, doch Ramie erwieß sich als ein besserer Stoff, da er durch die richtige Verarbeitung kühlender wirkt. Die Nutzung von Hanf als Faserpflanze wurde in Japan schon seit der Jomon-Zeit genutzt. In den Jahren von 749–757 wurden Gewänder aus Hanf an den Kaiserhof geschickt, speziell aus dieser Region. Dies lag an der damals schon sehr guten Verarbeitung. Der Echigo-Jofu war im Mittelalter schon sehr bekannt und beliebt ge­wesen, auch wenn Baumwolle damals öfter genutzt wurde. Die perfektionierte Technik des Ojiya-chijimi kam im Jahr 1670 durch Masatoshi Hori, der eine neue Form der Verwendung von Ramie fand. Von da an wurde neben Hanf auch Ramie für Sommer­klei­dung genutzt, jedoch wurde Ramie immer öfter genutzt um die spezielle Qualität des Ojiya-chijimi und Echigo-jofu zu er­rei­chen. Die Stoffe werden immer noch auf den gleichen Feldern wie damals produziert und werden teuer gehandelt.

blauer Kimono weißer Kimono

Prozess der Herstellung

Die Fasern der Ramie-Pflanze werden mit den Fingernägeln herausgezupft und zwischen den Händen zu Fäden gedreht. Im nächsten Prozess werden die Fasern eng mit Baumwollfasern gemischt, damit florale oder geometrische Formen entstehen können. Das Gewebe wird nun auf einem einfachen Webstuhl zu einem Stoff verwoben. Dieser wird danach in heißem Wasser gewaschen und mit den Füßen geknetet, wobei viel Rücksicht auf den Stoff genommen wird. Die feuchten Stoffbahnen werden nun auf die im Winter verschneiten Felder ausgerollt, direkt auf den Schnee. Die Sonne ist zu dieser Zeit sehr stark und fängt an, die Stoffbahnen zu trocknen und zu bleichen. Die Bahnen liegen dort bis zu 21 Tagen und dabei wird das Ozon aus dem Stoff ge­filtert. Danach kann der Stoff zur Produktion genutzt werden.

Ojiya-chijimi und Echigo-jofu sind in der Herstellung einzigartig und ein besonderes Statement für die Region Uonuma. Die Ki­mono aus diesen Stoffen werden immer beliebter und neben dem Reis aus dieser Region, wird die Erhaltung und Produktion von Ojiya-chijimi und Echigo-jofu immer wichtiger für die dort ansässige japanische Bevölkerung.

Frau an Webstuhl Stoffbahnen im Schnee