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Mibu no Hana Taue

Das japanische Fest zum Pflanzen des Reis

Jedes Jahr wird in Japan in der Präfektur Hiroshima die sogenannte Mibu no Hana Taue Reispflanzung gefeiert. Dabei handelt es sich um ein Fest, bei dem traditionell die letzten Reispflanzen des Jahres in die Felder gepflanzt und für eine gute Reisernte gebetet wird. Die UNESCO nahm das Mibu no Hana Taue 2011 in die Liste der immateriellen Kulturgüter auf.

Geschichtliches

Die genauen Hintergründe zu dem Mibu no Hana Taue sind nicht bekannt. Allerdings nimmt man an, dass es seine Anfänge in der Edo-Zeit, also zwischen 1853 und 1867 hat. Nach einer Theorie soll die Festivität aus dem Shintoismus stammen und die Götter beschwichtigen, damit sie den Reis wachsen lassen und ihn vor schlechtem Wetter schützen. Einer anderen Theorie nach wurde das Mibu no Hana Taue Japan vom damaligen Shogun geschenkt, um den Bauern ein wenig Unterhaltung während ihrer harten Arbeit zu bieten. Obwohl das Hana Taue noch in anderen Regionen Japans abgehalten wurde, haben sich die Feste der Regionen Mibu und Kawahigashi zu den größten Feierlichkeiten für die Reispflanzung entwickelt.

Ochse bei Reispflanzfest Pflanzen der Setzlinge Trommeltanz

Der Ablauf

Das Mibu no Hana Taue ist strikt strukturiert und Teilnehmer an den Feierlichkeiten müssen die einzelnen Vorgänge mehrere Wochen lang einüben. Den Beginn des Festes stellt immer ein Umzug durch die Stadt zu den Reisfeldern dar. Dabei werden mehr als zehn Kühe, die mit festlichen Satteln, Schärpen und Schmuck für ihre Hörner dekoriert wurden, von Teilnehmern ge­führt, die traditionelle Kostüme von Reisbauern tragen.
Die Kühe müssen vor dem Eingraben der Reispflanzen zunächst durch die Felder laufen und den schlammigen Boden auf­lo­ckern. Anschließend positionieren sich junge Frauen, die Saotome, in einer Reihe in den Feldern. Unter Anleitung eines Sambai, einer Art Zeremonienmeister, füllen die Saotome zunächst kleine Körbe mit den Reispflanzen und singen dabei einen Kanon, der vom Sambai angeführt wird. Sind die Körbe gefüllt, wird das Feld mit einem Werkzeug, das Eburi heißt, geebnet und die Saotome pflanzen die einzelnen Reis-Setzlinge in das Feld ein. Begleitet werden sie von Trommel- und Flötenspielern und kleinen Gongs, während der Sambai wieder ein Lied anführt, das die Saotome mitsingen.
Nachdem das Einpflanzen abgeschlossen wurde, werden die Kühe wieder von dem Feld geführt, bevor der Sambai einen ab­schlie­ßen­den Gesang anstimmt und damit das traditionelle Ende der Festlichkeiten einstimmt. Die Saotome versammeln sich danach noch einmal, um sich die Füße vom Schlamm der Reisfelder zu säubern und sich gegenseitig zu der guten Arbeit zu gratulieren. Als letzte Tätigkeit wird aber noch das Eburi verkehrt herum in das Reisfeld gesteckt und mit drei Reispflanzen de­ko­riert, weil man glaubt, dass in dem Werkzeug eine göttliche Kraft ruht, die den Reis beschützt.