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Hitachi Furyumono

Festwagen des Hitachi Furyumono

Das Hitachi Furyumono ist eine Parade zum alljährlichen Kirschblütenfest. Es wird von vier Gemeinden der Stadt Hitachi, in der Präfektur Ibaraki, durch­ge­führt.
Während dieser Parade Anfang April wird ein großes Floß, das dashi, von 200 Menschen durch die Straßen gezogen und in Kostümen begleitet. Dabei spielen mechanische Puppen eine dramatische Geschichte zu Ehren der lo­kalen Gottheit und zur Unterhaltung der Zuschauer.

Ursprünglich wurden Techniken und Geschichten des Puppenspiels für das Hitachi Furyumono innerhalb der Familien nur vom Vater an den ältesten Sohn weitergegeben. Auch heute noch besteht das aufwendige Unterfangen aus antikem Repertoire und alten Techniken, die ohne Elektrizität aus­kom­men. Mittlerweile gibt es aber die Hitachi Folk Performing Arts Preservation Society, deren Mitglieder bei der Gestaltung der Hitachi Furyumono Parade helfen.

Puppen auf Festwagen

Die Flöße beim Hitachi Furyumono in Japan können bis zu 15 m hoch und fünf Tonnen schwer sein. Ihr Erscheinungsbild ist dem einer Burg inmitten eines Gebirges nachempfunden und in fünf Ebenen unterteilt. An der Spitze des Ber­ges soll die lokale Gottheit während der Parade ihren Platz finden, bis man sie zum Kamine Schrein gebracht hat.
Auf der untersten Ebene befinden sich zehn Musiker; alle weiteren Ebenen der Burg dienen der Performanz des Puppenspiels. Diese Puppen, karakuri nin­gyo genannt, werden von maximal 25 Akteuren bedient, die auf dem Bauch liegend agieren, um von den Zuschauern nicht gesehen zu werden. Durch ein­fa­che Tricks können die Kriegercharaktere in wunderschöne Frauen um­ge­wan­delt werden.
Gespielt werden Dramen aus der Edo-Zeit (1603–1867), vor allem klassische Schlachtszenen. Das Hitachi Furyumono geht selbst auf diese Zeit zurück, als man mit der Parade den Kamine-Schrein einweihte. Seine jetzige Form jedoch erhielt sie wohl zu Beginn der Meiji-Zeit, als man begann, die Puppen me­cha­nisch zu bedienen.
Auch die felsähnlichen Rückwände der Flöße sind Teil der Parade. Nachdem das große Kriegsdrama auf den Burgebenen ge­endet hat, werden auf der Rückseite Fabeln und Kindergeschichten gezeigt, die nur von Musik begleitet werden.

Festwagen bei Nacht

Beim Hitachi Furyumono, das zum jährlichen Kirschblütenfest abgehalten wird, stellt nur eine der vier Gemeinden ihr Floß vor.
Alle sieben Jahre aber findet das Kamine-Jinja-Festival statt, das zu Ehren der lokalen Gottheit abgehalten wird. Es wird im Mai ausgeführt und alle vier Gemeinden präsentieren ihr dashi in der Parade. Dasjenige Floß mit der besten Performanz und Gestaltung gilt als bester Gastgeber der Gottheit. Die Parade zieht zum Kamine-Schrein im dazugehörigen Kamine-Park. Wie in Japan häufig der Fall, hat auch in Hitachi der Schrein seinen Sitz unterhalb eines Berges, der als Heimat der Gottheit gesehen wird.

Das Hitachi Furyumono gehört zu den aufwendigsten Paraden während der Kirschblütenzeit in Japan. Die vier beteiligten Gemeinden identifizieren sich mit dem Festival. Nicht nur, weil es mit der lokalen Gottheit und dem Kamine Schrein verbunden ist, sondern auch, weil es sich um eine alte Tradition han­delt, die nirgendwo sonst in Japan zu finden ist.
Aus diesen Gründen erklärte die UNESCO 2009 das Hitachi Furyumono zum Weltkulturerbe Immaterieller Kulturgüter.

Festwagen und Kirschblüten