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Gagaku

Gagaku Schauspieler

Gagaku bezeichnet die älteste Form der Musik aus Japan. Die traditionelle Zeremionalmusik ist seit über 1200 Jahren unverändert und wurde aus Chi­na und Korea übernommen. Neben dem Kangen, der Musik des En­sem­b­les, umfasst Gagaku auch Saibara und Utamono in Japan (Gesang) und Bugaku, der Tanz. Im Gagaku sind nach der Musiktheorie 28 Tonarten verfügbar, wobei meistens nur sechs beachtet werden.

Woher kommt Gagaku?

Gagaku kommt aus dem chinesischen und bedeutet „verfeinerte, elegante Musik“. Diese Form von Musik ist im 12. Jahr­hundert in großen Teilen Asiens vergangen, doch in Japan hat sich die Faszination dieser Musikform erhalten und wird bis heute am Kaiserhof und auf öffentlichen Festivals gespielt. Im Shintoismus wird diese Musikform als Ritualmusik genutzt, wobei die Ur­sprün­ge der Musik und der Instrumente aus dem asiatischen Raum all­ge­mein stam­men und japanischen Vorlieben angepasst wurden. Die Ausbil­dung zum Gagaku-Musiker beginnt im Alter von zwölf und dauert zehn Jahre. In dieser Zeit lernen die Schüler mehrere Instrumente des Ensembles, auch westliche, sowie Tanz und Gesang. Die Musiker des Kaiserhofes leiten ihre Ursprünge von den drei größten Sippen in Nara, Osaka und Kyōto ab, die jeweils von Korea, China und Japan geprägt wurden. Das Kuniburi no Utamai in Japan deckt viele traditionelle Arten der Musik ab.

Repertoire und Instrumente

Das Gagaku besitzt über 90 traditionelle Stücke, die in mehreren Kategorien zusammengeführt sind. Diese sind jedoch nur ein Überbleibsel der reichhaltigen Vielfalt der Werke, die zwischen dem 12. und 16. Jahrhundert verloren gingen. Den bekanntesten Liederzyklus aus der Frühgeschichte nennt man ōuta. Bei diesen Liedern geht es um alte Gottheiten wie Amaterasu Ōmikami, die Sonnengöttin, die sich, von ihrem Bruder beleidigt, in eine Höhle zurückzieht.
Das sahō bietet die größte Ansammlung von Liedern im Gagaku. Über 60 Stück schildern Geschichten über Liebe und Gefühle, die ungewöhnlich freizügig für Japaner geschildert wurden. Diese Stücke sind bis heute noch sehr beliebt.

Gagaku Kangen Orchester

In einem Ensemble des Gagaku sind mehr als zehn Instrumente vorhanden, die immer nach einem bestimmten Schema an­ge­ord­net sind:
Es gibt zwei bis drei Mundorgeln (shō), hichiriki (Doppel­rohr­blatt­flöten) und Querflöten (ryūteki). Dazu gesellen sich zwei Zithern und Lauten (gakubiwa und gakusō/koto). Eine kakko, die Zy­lin­der­trommel und ein Bronzegong (shōko) und taiko, die hängende Trommel, ergänzen das Ensemble. Dies ist die ursprüngliche Form, wobei je nach Stil verschiedene Instrumente ausgetauscht werden. In allen Formen der Vokalmusik kommen nur Rhyth­mus­stäbe namens shakubyōshi aus Holz zum Einsatz. Die Instru­men­te sind alle chinesischen Ursprungs und wurden in der typischen Form übernommen und nur leicht abgewandelt.

Aufführung von Gagaku

Gagaku Schauspiel

Gagaku wird sehr langsam gespielt. Die Melodie wird haupt­säch­lich von der Stimme und den Blasinstrumenten getragen. Der Rhyth­mus wird nach bestimmten Mustern gespielt. Diese sind vor­ge­geben und können nicht geändert werden. Die Saiten­in­s­t­ru­men­te fungieren als Bindeglied zwischen Rhythmus und Schlag­instrumenten. Die Magie des Gagaku liegt in der Einzigartigkeit der Spielweise, die die Melodie über die Klänge des shō trägt. Die Musik der Shinto ist meistens gesungen und nur durch wenige Instrumente unterstützt. Sie bilden die einfachsten Kompositionen. Die auftretende Asymmetrie der Melodien ist in dieser Form ab­so­lut gewollt.

2009 wurde es der Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit der UNESCO hinzugefügt.