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Bunraku Theater

Bunraku Theater ist das traditionelle Puppentheater, welches die gleichen Inhalte wie das Kabuki aufgreift, nur dass die Dar­stel­ler Puppen sind. Bunraku und Kabuki stammen aus der gleichen Schicht und Zeit und werden seit Jahrhunderten nach über­lie­ferter Art aufgeführt. 2005 wurde Bunraku in die Liste der Meisterwerke des mündlichen und immateriellen Erbes der Mensch­heit der UNESCO aufgenommen und hat den Status als unberührbares kulturelles Erbe der japanischen Regierung erhalten.

Geschichte des Bunraku

Bunraku-Puppe

Bunraku Theater wurde im Jahr 1684 von Takemoto Gidayū in Osaka be­grün­det, da dieser dort sein Theater Takemoto eröffnete. Er gilt als bedeutendster Jōruri-Sänger in der Region um Osaka und hatte seinen eigenen Stil, Gidayū-bushi, der eine be­stimm­te Form des Shamisen-Spiels im Bunraku be­zeich­net. Der Name Bunraku stammt von dem berühmten Puppenspieler Uemura Bunrakuken. Der Erfolg des Takemoto hielt viele Jahre an, doch es wurde durch die Popularität des Kabuki immer mehr ver­drängt und vergessen. Auch waren nicht mehr genug gute Stücke vorhanden, die die Zuschauer be­geis­tern konnten.
Takemoto konnte jedoch den „Shakespeare von Japan“ für sein Theater ge­win­nen: Chikamatsu Monzaemon war der Sohn ei­nes Samurai und seine Stücke waren die ersten für Puppentheater die mehr Tiefe in der Geschichte vorwiesen. Seine Werke ver­lang­ten nicht nur Fähigkeiten zur Bewegung der Puppe, sondern verlangten auch immer mehr Stärke in der Darstellung. Chikamatsu schrieb über 100 Stücke für das Takemoto und konnte so immer mehr Zuschauer gewinnen. Vor Beginn des 18. Jahr­hunderts jedoch hätte das Theater fast schließen müssen. Die Rettung kam durch das bekannteste Bunraku-Stück, dem Sonezaki Shinjū, einer dramatischen Liebesgeschichte; übersetzt etwa „Die Liebesselbstmorde von Sonezaki“. Dieses Werk konnte die Zuschauer über 17 Monate fesseln und so konn­te das Bunraku-Theater bestehen. 1701 nannte sich Takemoto in Takemoto Chikugonojō um und übergab 1705 die Leitung seines Theaters an Takeda Izumo I., den berühmten Theaterautor- und Leiter, da dieser sich rein auf den Gesang konzentrieren wollte. Takemoto starb eines natürlichen Todes am 18. Oktober 1718 in Osaka.

Die verschiedenen Teile des Bunraku Theater

Die Puppen erreichen eine Maximalgröße von 1,5 Meter und müssen von bis zu drei Darstellern bewegt werden. Die Darsteller tragen schwarze Kimonos und Perücken um nicht erkannt zu werden. Wirklich gute Darsteller verschwinden hinter den Puppen. Diese werden ja nach Erfahrung des Puppenspielers bedient. Das heißt, der erfahrenste Spieler bewegt den Kopf und die rech­te Hand. Die Konstruktion einer solchen Puppe ist sehr komplex und die Darstellung von Damönen wie Oni kann noch mehr Ele­mente hinzubringen. So kann der Kopf mehrere Varianten besitzen um die Verwandlung eines Dämon nachstellen zu können.

Tayū sind Rezitatoren, die das Puppenspiel mit einer tiefen Stimme begleiten und die Geschichte erzählen. Da Bunraku-Stücke mehrere Stunden dauern, muss der Tayū sehr viel Erfahrung besitzen um die verschiedenen Stimmen über so eine lange Zeit tragen zu können.

Der Spieler der Shamisen sitzt neben dem Tayū und spielt eine tiefer gestimmte Shamisen, die die Geschichte unterstreichen soll.

Ningyō Jōruri ist ein anderer Begriff für Bunraku. Das nationale Bunraku-Theater hat seinen Sitz in Osaka und führt jährlich mehr als fünf Aufführungen in Osaka und Tokyo durch.