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Traditioneller Ainu Tanz

Ainu Tanz

Der Ainu Tanz Japan ist eine Ansammlung verschiedenster Tanz- und Ge­sangs­for­men. Die Ainu sind die indigene Bevöl­ke­rungs­grup­pe Nordjapans und besiedeln heute hauptsächlich Hokkaido. Bedingt durch die Geschichte Japans, war es für die Ainu schwer, ihre Lebensweise und Kultur zu erhalten. Seit den 1970er Jahren findet aber eine Wiederbelebung statt, in deren Zuge auch der Ainu Tanz vermehrt vorgeführt wird.

Ursprünglich Jäger und Sammler mit einer animistisch geprägten Religion glaubten die Ainu, dass ihre Gottheiten überall in ihrer Um­ge­bung sind. Die Tänze dienten der Anbetung und Danksagung an jene Götter und Geister, und auch heute noch helfen sie ihnen, die Verbindung zur Natur und ihrer religiösen Welt aufrecht zu erhalten.
Da der Großteil der Religion in den Händen der Frauen lag, gibt es wenige traditionelle Ainu Tänze, die von Männern getanzt werden dürfen. Meist sind diese mit der Jagd oder Jagdwaffen verbunden, wie der Schwert- und der Bogen-Tanz.
Der Ainu Tanz wird traditionell in einem großen Kreis getanzt, welche zum Teil von Gesängen begleitet wird. Dieser Zirkeltanz wird als Rimse, der Gesang als Upopo bezeichnet. Die Tänze und Gesänge der Ainu sind in jeder Gemeinschaft unter­schied­lich.

Ainu Tanz

Es gibt viele Variationen des traditionellen Ainu Tanzes, welche mit ihrem Zweck verbunden sind. So gibt es einige Ze­re­mo­ni­al­tänze, die beim Icharupa (Gedenken der Ahnen), bei Ainu Festen und Familienereignissen aufgeführt werden. Zu ihnen gehört auch Emus Rimse, der von Männern performierte Schwert-Tanz, der zur Einschüchterung teuflischer Götter und Geister diente und zum Schutz des Dorfes und des Hauses eingesetzt wurde.
Andere Ainu Tänze waren Imitationen der Bewegungen und Laute von Tieren und Insekten. Das Iyomante gehört hier dazu. Da­bei tanzte nach einem lan­gen Festtag das ganze Dorf, um den Geist eines rituell getöteten Bären wieder zurück in die Geister­welt zu schicken. Die Ainu Japans kennen viele solcher Seelen-Rücksendungs-Tänze.
Eine weitere besondere Kategorie des Tanzrepertoires sind die Arbeitstänze zur Musik. So wurden profane Arbeitsabläufe im Rahmen einer Festvorbereitung zu Rhythmen ausgeführt, wodurch nicht nur die Effizienz gesteigert, sondern die Handlung selbst geheiligt wurde.
Auch Tänze, die allein der Unterhaltung dienten oder einfache Improvisationen waren, wurden und werden getanzt.

Die Tänze sind integraler Bestandteil der Kultur der nördlichen Ureinwohner Japans und eng mit der Religion, aber auch dem täglichen Leben verbunden. Im Verlauf eines Jahres wurden die Tänze zu vielerlei Festivitäten aufgeführt, um die Götter um Un­ter­stützung und Frieden zu bitten, sich zu bedanken, aber auch, um Freuden und Leid mit ihnen und miteinander zu teilen.
Auch heute tanzen die Ainu bei Zeremonien und Festen, bei neu organisierten kulturellen Festivals, aber auch privat im Alltag. Der Ainu Tanz kann im Ainu Culture Village am Lake Porato das ganze Jahr über bestaunt werden.
Weil durch ihre traditionellen Tänze die Ainu in Japan ihre Kultur, Lebensgewohnheiten und Religion ausdrücken können und die Tänze damit ein stark verbindendes und identitätsstiftendes Moment sind, ernannte die UNESCO den Ainu Tanz 2009 zum Bestandteil der Immateriellen Kulturgüter.
Er wird von 17 Verbänden des „Hokkaido Federation of Preservation Associations for the Traditional Ainu Dance“ vermittelt und wiederbelebt.