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Der Oze-Nationalpark

Karte Oze-Nationalpark

Der Oze-Nationalpark, ursprünglich ein Teil des Nikko-Nationalparks, ist seit 2007 eigenständig und erweitert, 37200 ha groß und liegt auf der Hauptinsel Japans, Honshu, ca. 150 km nördlich von Tokyo. Es gibt vier zuständige Prä­fekturen: Fukushima, Gunma, Niigata und Tochigi.
Der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörende Nationalpark beherbergt eine ein­zig­artige Naturlandschaft mit zahlreichen, teils endemischen Pflanzen- und Tier­arten. Dabei bestimmen Berge, Seen und Sumpflandschaften das Bild.

Highlights

Ozegahara

Das repräsentativste Highlight im Park ist das Ozegahara-Sumpfland, mit ca. 650 ha das größte in Japan. Entstanden vor wahrscheinlich 8000 Jahren durch herabfließende Lava, die den Tadami-Fluß blockierte, bezaubert der Sumpf von Mai bis Juli saisonbedingt durch verschiedenfarbige, prächtige Blütenteppiche. Im September färbt sich das Gras orange und lässt die Gegend in goldenem Licht erscheinen. Durch das gesamte Marschland wurden Holzwege gebaut, auf denen die Besucher (entgegen dem Uhrzeigersinn) wandern können.

Ozenuma

Eine der vielen in Japans Nationalparks ausgezeichneten speziellen Schutzzonen ist der in der letzten vulkanischen Periode entstandene Ozenuma-See. Durch Lava vom Berg Hiuchigatake gestaut, hat man hier einen herausragenden Blick auf die gesamte Landschaft mit seiner vielfältigen Feuchtgebietsvegetation.
Hier befinden sich auch Übernachtungsmöglichkeiten, da der Park an einem Tag nicht durchwandert werden kann.

Ozenuma Sumpfgebiet Wanderweg, Sommer Wanderweg, Herbst Hiuchigatake im Herbst

Shibutsusan

Westlich des Ozegahara-Sumpfes befindet sich der Mount Shibutsu, 2228 m hoch, auch spezielle Schutzzone, der im unteren Teil aus Granit besteht, im oberen aus Serpentin-Gestein, das besonders viele Mineralien (vor allem Magnesiumsilikat und Eisenoxid) enthält und infolgedessen einigen endemischen Arten Heimat bietet, wie z.B. der Lauchart Allium schoenoprasum L.var.shibutuense Kitam oder dem Japonolirion osense.
Zum Schutz dieser einzigartigen Flora sind die Wanderwege, die zum Shibutsu führen, vom 11.5.–30.6. geschlossen.

Berg Hiuchigatake

Hiuchigatake

Der höchste Berg im Nationalpark ist mit 2356 m der Hiuchigatake. Vor 350000 Jahren eruptiv entstanden, zählt er heute noch zu den aktiven Vulkanen.

Der Hiuchigatake bildet fünf Gipfel: Shibayasugura, Manaitagura (2346 m), Minobuchi-dake, Akanagure-dake und Miike-dake. Bergsteiger können vom Gipfel aus den Ozenuma-See und das Ozegahara-Sumpfland überblicken. Die Form des Schnees im Winter, die das japanische Schriftzeichen hiuchibasami bildet, gab ihm seinen Namen.

Aizu Kogagatake

Alpine Vegetation beherbergt der Aizukomagatake in der Minami-Aizu-Region. Zu dem 2133 m hohen Berg führen drei verschie­de­ne Bergsteigerrouten: Vom Dorf Hinoemata starten zwei, die Takizawa- und die Kirinte-Route, von Miike aus eine geruhsame Tour über den Bergrücken zum Gipfel durch alpine Sumpfvegetation.
Im unteren Teil des Berges wächst Sommereichenwald (Quercus crispula Blume), darüber liegend Buchenwald, noch höher die endemisch vorkommenden Maries Tannen und ganz oben findet man die Birkenzone.

Taishakusan

Im Nordosten des Parks befindet sich eine Berggruppe, bestehend aus dem 2060 m hohen Taishaku und dem knapp 2000 m hohen Tashiro, auf dem einer der höchstgelegenen Sümpfe Japans liegt. Es wachsen hier seltene Moose und Farne. Auch hier stehen verschiedene Abschnitte unter speziellem Schutz, dennoch ist es möglich, mit dem Auto bis Sarukara zu fahren, wo ein nicht allzu steiler Bergsteigerweg bis zum Gipfel des Taishaku startet. Vom Gipfel aus kann man die meisten Berge des Nati­o­nal­parks und die der angrenzenden Präfekturen Fukushima, Gunma und Tochigi sehr gut sehen.
In den Sommermonaten wimmelt es dort von unzähligen Libellen und der ungewöhnliche Gesang des einheimischen grünen Baumfrosches begleitet die Wanderer und Bergsteiger.

Fauna und Flora

Taglilie Nikko-Kisuge Weiße Scheinkalla

Kühle Sommer und lange, schneereiche Winter (von Oktober bis Mai) prägen Fauna und Flora. In den Bergregionen gibt es Eichen-, Buchen-, Birken- und Nadelwälder, und die dort allein vorkommende Kiefernart Maries Tanne (Pinus mariesii).

In den Sümpfen kommen viele Arten Farne, Moose, Ringelblumen, Baum­wol­le, das Moorwollkraut (Eriophorum vaginatum L.), Enzian (Gentiana thunbergii Griseb. var. minor) und außerdem riesige Teppiche der weißen Scheinkalla (Lysichiton camtschatcensis) und der Taglilie Riesenaaronstab (Kamtschatka Schlangenwurz- Hemerocallis middendorfii var. esculenta) vor.
Insgesamt 116 Pflanzenfamilien mit 930 Gattungen, davon 21 endemisch und 18 nach dem Oze-Nationalpark benannt, sind hier zu entdecken.

Auch 19 Tiergattungen sind nach ihm benannt. Es gibt 40 Libellen- und 30 Schmetterlingsarten und zudem unzählige Vögel, vor allem Sumpfvögel. Vor­kommende Säugetiere sind u.a. der asiatische Schwarzbär, der Sikahirsch (Cervus sika nippon) und das Hondo Hermelin (Mustela erminea nippon).

Freizeitmöglichkeiten

Neben Wandern und Bergsteigen in unbestechlich schöner Natur, bietet die Parkleitung auch Seminare zur Umwelterziehung an, in denen der Umgang des Menschen mit der Natur und deren Erhaltung, speziell in Oze, gelehrt wird.

Herbstlaub Wanderer Wandern im Herbst Blumenwiese