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Das UNESCO Weltkulturerbe auf Okinawa

Die Inseln von Okinawa haben eine bedeutende historische Vergangenheit, welche vielerorts auf den Inseln noch sichtlich greif­bar ist. So bestehen heute immer noch zahlreiche alte Bauwerke und historische Stätten aus längst vergangener Zeit. Um die­sen Status zu erhalten, wurden die Inseln Okinawas im Jahre 2000, unter dem Titel „Gusuku und anderer mit ihnen zu­sam­men­hän­gen­der Kulturerbestätten des Königreiches Ryūkyū“ in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Bezeichnung „Gusuku“ steht dabei stellvertretend für okinawanische Burganlagen.
Die Besonderheit der okinawanischen Burganlangen und überhaupt der ganzen Kultur der Ryūkyū-Inseln ergibt sich aus der Tatsache, dass sie sich stark von der Kultur des japanischen Festlandes unterscheidet. Im Vergleich zu den japanischen Haupt­in­seln finden sich auf den Inseln Okinawas auch viele Einflüsse aus China, Korea und Südostasien.

Zum UNESCO Weltkulturerbe Okinawa gehören neun verschiedene historische Bauten und Stätten, welche verteilt auf den In­seln liegen. Zu ihnen gehören die Shurijo-Burg, die Nakijin und Katsuren-Burgruine, das Sonohyan-Steintor und die kö­nig­li­chen Gärten von Shikinaen. Außerdem die Zakimi-Burgruine, die Nakagusuku-Burg, das königliche Mausoleum sowie die heilige Felshöhle Sefa Utaki.
Allesamt wurde am 2. Dezember 2000 vom 24. World Heritage Committee in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes auf­ge­nommen.

Die Shurijo-Burg auf Okinawa

Die Shurijo-Burg ist eine von zwei erhaltenen Burgen auf Okinawa, die zum Weltkulturerbe gehören. Da die Burg auf einer leich­ten Anhöhe liegt, sieht man sie bereits von weitem. Ursprünglich im Jahr 1429 erbaut, wurde sie im Krieg fast gänzlich zerstört und in Folge dessen, im Jahre 1992 wieder aufgebaut, um sie als kulturelles Erbe Japans zu erhalten. Heute trägt sie den Na­men Burg Shuri Park. Alles wurde original getreu wieder errichtet, um den Status als Burg, welche repräsentativ für das Zentrum des Königreichs Ryūkyū steht, zu unterstreichen. Die Region um Shuri (Standort der Burg) galt schon damals als po­li­ti­sches und kulturelles Zentrum des Königreiches.

Beim Rundgang in der Burg gibt es allerhand faszinierendes zu entdecken. Sehr beeindruckend ist das Eingangstor Shurei­mon, an dem man den in der Bauweise chinesischen Ursprung erkennt. Über allem strahlt aber das majestätische Haupt­ge­bäude aus Holz, welches damals schon das größte im ganzen Königreich war.

Die Nakagusuku-Burg

Die zweite recht gut erhaltene Burg, die unter dem Weltkulturerbe steht, ist die Nakagusuku Burg. Sie liegt auf einer Höhe von 150 m zentral auf der Hauptinsel von Okinawa. Noch heute ist die aus Kalkstein gebaute Festungsmauer fast gänzlich erhalten und erinnert an die massive Festung, die die Burg einmal war.

Sie wurde wahrscheinlich in der Mitte des 15. Jahr­hunderts vom Architekten und Feudalherr Gosamaru von Chuzan erbaut und war schon damals die zweitgrößte Burg auf Okinawa. Da Teile der Burg in kriegerischen Auseinandersetzungen zerstört wurden, restaurierte man sie nach dem Zweiten Weltkrieg neu. Auch hier bieten sich dem Auge einige lohnenswerte Bauteile. Dazu ge­hö­ren besonders die Teile der Hauptmauer, welche sich teilweise bis zu 10 m in die Höhe strecken. Außerdem gibt es Reste einer Schmiede, sowie einen teils erhaltenen Brunnen, zu besichtigen.

Die Nakijin-Burgruine

Die ehemalige Burg von Nakijin wurde leider größtenteils zerstört und besteht heute nur noch als Ruine. Die Burg Nakijin wurde innerhalb von zwei Jahrhunderten zwischen dem 13. und 15. Jahr­hundert gebaut und war mit einer unfassbaren Gesamtgröße von über 37000 m² die größte Burg Okinawas. Sie war einst ein bedeutsamer Stützpunkt der nördlichsten auf Okinawa an­ge­sie­del­ten Königsdynastie. Zu ihrer Zeit wurde Okinawa von drei verschiedenen Königsgeschlechtern regiert. Dabei handelte es sich um die Hokuzan, Chuzan und Nanzan. Die Burg bat damals den Hokuzan ein Zuhause, bis sie im Jahre 1416 von den Chu­zan fast zerstört wurde.

Die Reste der ehemaligen Festungs- und Verteidigungsanlage sind aber auch heute noch gut erhalten. Von der Festungsmauer sind noch 1500 m übrig und können besichtigt werden. Außerdem ist das Gelände rings um die Burg bekannt bei Liebhabern der japanischen Kirschblüte. Grund hier für sind tausende von Kirschbäumen, die einmal jedes Jahr in voller Pracht erstrahlen und zahlreiche Betrachter anlocken.

Katsuren-Burg

Die Katsuren Burg wurde vom 13. bis ins 14. Jahr­hundert errichtet. Sie liegt auf der Katsuren Halbinsel, welche zugleich die Hauptinsel von Okinawa ist. Vor allem aus strategischer Sicht wurde sie auf einer Anhöhe errichtet, damit man ringsum einen weiten Blick auf sich nähernde Angreifer hatte. Heute ermöglicht die erhöhte Lage vorallem einen weiten Blick über die Insel.

Die Anlage besteht heute leider kaum noch in ihrer Ursprungsform. Zerstört wurde die auf fast 100 m Höhe liegende Burg im Jahr 1458 nach dem Misslingen eines Staatsstreichs. Heute dient die Burg Archäologen und anderen Interessierten auch als Ausgrabungsstätte, da man in den Ruinen zahlreiche Reste von Keramik und Dachziegeln aus China, Korea und Südostasien finden kann. Oft sind vor allem japanische Schulklassen hier anzutreffen.
Sehenswert sind heute besonders die Reste der inneren Festungsmauer, an der man noch sehr gut den Baustil der Zeit er­ken­nen kann.

Sonohyan-Steintor

Das Sonohyan-Steintor in Okinawa ist wohl das berühmteste Japans. Im Ursprung ist es eine heilige Stätte mit stark religiösem Hintergrund. Sie diente in früherer Zeit fast jedem Herrscher als spiritueller Ort vor wichtigen Entscheidungen und Feldzügen, gleich eines Orakels. Der Charakter einer heiligen Stätte ist bis heute erhalten geblieben. Noch immer kommen fast täglich meh­re­re hundert Interessierte, um am Tor Rast zu machen und sich einem ausführlichen Gebet zu widmen.

Erbaut wurde das Tor von König Sho Shin im Jahr 1519 und zwischenzeitlich sogar von der japanischen Regierung 1933 als Staatsschatz anerkannt. Im Zuge der kriegerischen Auseinandersetzung im Zweiten Weltkrieg, wurde es leider 1945 fast gänz­lich zerstört. Einer teils privaten Initiative ist es zu verdanken, dass das Tor bereits 1957 komplett wiederaufgebaut wurde.
Interessant für den Betrachter ist die Tatsache, dass es komplett aus Sandstein gebaut ist. Nur die Torflügel sind aus Holz ge­fertigt.

Shikinaen-Garten

Shikinaen Garten

Die königlichen Gärten von Shikinaen auf Okinawa sind im Vergleich zu den anderen geschützten Bauwerken deutlich jünger. Die Gärten wurden erst Ende des 18. Jahr­hunderts angelegt und kultiviert. Ursprünglich wurden die königlichen Gärten auch als „Nan-En“ bezeichnet, was übersetzt so viel wie „südlicher Garten“ bedeutet. Grund hierfür ist die Lage südlich des Schlosses Shuri. Sie dienten der königlichen Familie praktisch als Zweitsitz und wurden besonders in den Sommermonaten bewohnt und genutzt.

Die fast 25000 m² große Anlage musste leider das gleiche Schicksal er­lei­den, wie fast alle anderen geschützten Stätten auch: Sie wurde im Zweiten Weltkrieg vollkommen zerstört und erst im Jahr 1975 wieder aufgebaut. Dies glich einem Mammutprojekt, das über 20 Jahre dauerte und mehr als 800 Millionen Yen verschlang. Dafür trägt es heute den Status als „nationaler Ort landschaftlicher Schön­heit“.

Der Park ist ein kreisförmiger Landschaftsgarten, der deshalb auch Wandelgarten genannt wird. Im Zentrum des Gartens liegt ein sehr großer Teich, der dem Betrachter von verschiedenen Positionen aus gesehen, immer neue Perspektiven bietet und ver­schafft.
Neben dem großen, schönen Teich gibt es zahlreiche andere Sehenswürdigkeiten im Park zu entdecken, etwa das Eingangstor „Sei-Mon“, welches nur von Mitgliedern der Königsfamilie durchschritten werden durfte. Das Haupttor und noch ein weiteres, sind im Yajo-Stil gebaut und gelten mit ihren kunstvollen Dächern als Statussymbole des Königreiches Ryūkyū.
Sehr sehenswert ist ebenso die Quelle „Ikutoku-Sen“, die den Teich im Zentrum des Parks speist. Die Quelle ist ringsherum von Mauern aus Kalkstein gesäumt, die in ihrem Stil einzigartig sind. Bemerkenswert sind die zwei Statuten, die links und rechts der Quelle stehen. Eine wurde anlässlich der Krönung von König Sho Iku im Jahre 1838 erbaut. Die andere wurde im Jahre 1880 zur Amtserhebung von König Sho On hinzugefügt. Beide wurden im Zweiten Weltkrieg leider stark beschädigt, aber so wie der restliche Park auch, aufwendig wiederhergestellt und restauriert.

Beachtenswert sind ebenso zwei Steinbrücken, welche die kleine Insel, die in der Mitte des Teiches liegt, mit dem Ufer ver­bin­den. Sie wurden im chinesischen Stil erbaut. Die Laube Rokkaku-Do liegt auf einer anderen Insel im See und diente damals wie heute, als Ort der Ruhe und Entspannung. Ihre Dachziegel sind ebenso im chinesischen Stil gehalten. Die Insel er­reicht man ebenfalls über eine Kalkstein Brücke.

Der Palast im Park, auch Udun genannt, wurde fast ausschließlich aus Holz gebaut und hat eine Größe von über 500 m² und beherbergt sagenhafte 15 große Räume. Der Zugang war früher nur Mitgliedern der Königsfamilie und ihren Bediensteten ge­stat­tet. Erstaunlich in dem Zusammenhang ist die Tatsache, dass ein Teil des Palastes dem Stil von eher einfachen ja­pa­ni­schen Privathäusern nachempfunden wurde. Diese Privathäuser wurden aber zumeist eher von Japanern der Unterschicht be­wohnt.

Zakimi-Burg

Die Zakimi-Burg ist eine von mehreren stark zerfallenen Burgresten auf Okinawa. Die Burg wird auf Okinawa noch heute als eine der schönsten von fast 300 Burgen gefeiert. Sie ist durch ihre Architektur fast einzigartig, da sie einen doppelten Außenring aus massivem Stein besitzt, der in vergangener Zeit als zusätzlicher Schutz vor Eindringlingen dienen sollte.
Die Burg wurde wahrscheinlich zu Beginn des 15. Jahr­hundert von Fürst Gosamaru errichtet. Die Einzigartigkeit der Zakimi-Burg ergibt sich auch aus dem Grund, dass sie nicht wie die meisten anderen Burgen auf Kalkstein gebaut wurde, sondern auf roter Erde.

Sehenswert sind die sehr gut erhaltene Steintore, die als die ältesten, noch erhaltenen Tore ihrer Art auf Okinawa gelten. Bei klarem Wetter ist die Burg ein guter Aussichtspunkt, um auf das Umland und auf entfernte Inseln zu schauen.

Tamaudun-Mausoleum

Das königliche Tamaudun Mausoleum von Okinawa ist das größte und best erhaltenste auf der ganzen Insel. Es liegt ganz in der Nähe des Shuri-Palastes in der Stadt Naha. In vergangener Zeit war es die königliche Grabstätte für Angehörige der zweiten Sho Dynastie.
Es wurde im Jahre 1501 zur Verlegung der Gebeine von König Sho En gebaut. Im Gegensatz zu anderen UNESCO Welt­kul­tur­stätten auf Okinawa, ist es noch fast im originalen Zustand und wurde nur hin und wieder restauriert.

In Japan waren und sind rituelle Riten gang und gäbe. An diese Riten sind bestimmte religiöse Vorstellungen geknüpft. Und so erschuf sich König Sho Shin dieses Mausoleum, um auch nach seinem Tod über sein Reich wachen zu können, da nach der Vorstellung der Einwohner der Tod nicht das Ende ist.

In und um das königliche Mausoleum gibt es für Interessierte zahlreiche Dinge zu entdecken. Dazu zählen zwei Steinlöwen, die auf dem Grab sitzen und es „bewachen“. Die Löwen scheinen sogar einen humorvollen Gesichtsausdruck zu zeigen.
Interessant ist ebenso die Aufteilung des Mausoleums in drei große Kammern, die keineswegs nur als reine Grabstätte dien­ten. In zwei der Hallen wurden die Leichen zunächst präpariert und dann aufgebahrt, damit die Angehörigen sich von ihnen ver­ab­schie­den konnten. In der dritten Halle wurden die Toten verehrt. Daran erinnern noch heute ihre in eine Steintafel ge­schla­ge­nen Namen.

Sefa Utaki Felshöhle

Die heilige Felshöhle Sefa Utaki trägt den Status als heiligste Stätte im ganzen alten Königreich Ryūkyū. Sie liegt in der Nähe von Chinen im Süden der Hauptinsel Okinawas.

Um diese heilige Stätte ranken sich eine Menge Geschichten und Mythen. Die bekannteste besagt, dass die drei riesigen Fels­brocken, die den Eingang bilden, vor 15000 Jahren durch ein Erdbeben ins Rutschen gekommen sind und seither in ihrer jet­zi­gen Position verharren. Seit dieser Zeit bilden sie ein fast perfektes Dreieck. Diese und andere Mythen verstärkten und un­ter­stri­chen den Charakter der Felshöhle als heiligen Ort. Eine andere überlieferte Erzählung besagt, dass einmal im Jahr die Mit­glie­der der königlichen Familie und der König selbst, nach Sefa Utaki kamen, um für ein gutes Jahr mit reicher Ernte und Frieden zu beten. Die Legende besagt, dass die Höhle vom Hauptgott der Ryūkyū, Tedako, erschaffen wurde.
In der Mitte der Höhle steht ein Altar, welcher dem im Tamaudun-Mausoleum gleicht.