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Das traditionelle Kunsthandwerk von Okinawa

Die zwischen dem Ostchinesischen Meer und dem Pazifik gelegene Insel Okinawa, ist bekannt für ihre Kunsthandwerke und ihre unverwechselbare Kultur.

Kunsthandwerke des Ryukyu-Königreiches

Okinawa ist bekannt für sein traditionelles Kunsthandwerk. Die Okinawa Kunsthandwerke, wie zum Beispiel Lackwaren und Keramiken, gewebte und gefärbte Textilien und Glas, stammen dabei noch aus den Zeiten des Ryūkyū-Königreiches und sind seitdem immer kontinuierlich weiter entwickelt worden. Auch aus der okinawanischen Musik ist das Sanshin nicht mehr weg­zu­den­ken. Von Generation zu Generation wurde das Erbe des Okinawanischen Kunsthandwerks weiter gegeben. Dabei wird in fünf traditionelle Handwerkskünste unterschieden: die Töpferei, Lackarbeiten, gewebte und gefärbte Textilien und Glas­waren.

In Okinawa wurde seit dem 14. Jahrhundert unter dem Einfluss von Korea, China, Japan und Südostasiens eine Töpferkunst entwickelt, welche unter dem Namen Yachimun weit über die Grenzen Okinawas hinaus bekannt ist. Dem chinesischen Kaiser und der Shogunats Familie der Regierung auf der japanischen Hauptinsel wurden zur Zeit des Ryūkyū-Königreiches Lackwaren zum Geschenk gemacht.
Adelige der Hauptstadt Shuri und die edlen Frauen der Oberklasse trugen Bingata Kostüme. Auch bei höfischen Tänzern waren diese Textilien der Ryūkyū-Hauptstadt vorbehalten und wurden in Okinawa als Geschenk für die königliche Regierung gewebt und gefärbt. Nach dem Krieg wurde das berühmte Ryūkyū-Glas aus Altglas, welches aus Recycling gewonnen wurde, her­ge­stellt. Trotz allem haben die heutigen Glas Kunstwerke ihren besonders hohen künstlerischen Wert erhalten können.

Okinawas Töpferei

Shisa Löwenfigur

Yachi-mun wird in Okinawa die Töpferei genannt. Dabei verleihen warme Farb­töne und eine einfache Struktur der okinawanischen Töpferkunst einen eigenen Charme. Die wohl bedeutendsten Gebiete für die Töpferei sind Yachi-mun no Sata in Yomitan und Tsuboya in Naha. Aber nicht nur Krüge sind äußerst beliebt, auch Figuren der Shisa Löwen und Kaffeetassen sind berühmt. Einige Ateliers bieten interessierten Besuchern die Möglichkeit, den Herstellungsprozess zu beobachten und der Herstellung der Töpfereiobjekte zuzuschauen. Natürlich können die Töpfereiprodukte Okinawas dort auch käuflich erworben werden und sind sicherlich ein schönes und seltenes Mit­bringsel aus dem Urlaub.

Ryukyu Glas aus Okinawa

Ursprünglich stammt die Produktion des Ryūkyū-Glas-Kunsthandwerks aus der Meiji Ära. Vor ungefähr 100 Jahren kamen Hand­wer­ker aus Kyushu und der Osaka Region nach Okinawa und brachten das Handwerk und Wissen über die Glas­her­stel­lung mit. Anfangs wurden Produkte für das tägliche Leben produziert wie zum Beispiel Medizinflaschen und Gläser sowie Lam­pen. Von den US-Militärs eingeführte Glasflaschen werden seit der Nachkriegszeit für die Glasproduktion genutzt und recycelt. Zunächst wurden die weggeworfenen Flaschen einfach abgeschnitten und als Trinkbecher benutzt. Später wurden die Flaschen zerkleinert und pulverisiert und in einem Brennofen geschmolzen. Das dabei zu Tropfen geschmolzene Glas wird in einer Art Pfeife gebracht und geblasen. Währenddessen wird das Glas gerollt und erhält so seine einzigartige Form.
Nach der Bearbeitung muss das Glas langsam abkühlen, da es ansonsten bricht. Typisch und charakteristisch für die Ryūkyū-Glas-Produktion sind die in den Softdrink- und Bierflaschen eingeschlossene Luftbläschen. Diese landestypische Glaskunst ist nicht nur als Souvenir gefragt, sondern kann auch für den Alltagsgebrauch verwendet werden. Gerade junge Kunsthandwerker entwickeln in jüngster Zeit immer fantasievollere Produkte aus Ryūkyū-Glas.

Eine interessante Informationsquelle zu Ryūkyū-Glas bietet das Kunst- und Handwerksmuseum der Stadt Naha. Sehenswert ist zudem das Ryūkyū-Glas-Dorf in Itoman.

Gewebte und gefärbte Textilien: Ryukyu Bingata

Durch den Handel mit China und den Ländern Südostasiens, kamen erstmals gefärbte und gewebte Textilien nach Okinawa. Dabei wurden diese Textilien an das Klima und der Kultur Okinawas angepasst und dadurch weiter entwickelt. Die Kunstart der Webwarenfärbung wird seit Generationen an die nächste Generation weitergegeben. Die bekanntesten Orte für diese Hand­werks­kunst sind genau wie bei den gefärbten Ryūkyū Bingata Okinawa zum Beispiel Ryūkyū-kasuri, Shuri-ori, Basho-fu, Yomi­tan-hanaori, Miyako-jofu, Kumejima-tsumugi, Yaeyama-jofu, Yaeyama-minsa und Yonaguni-ori.

Bingata ist eine traditionell okinawanische Methode des Kleiderfärbens, bei denen Schablonen oder andere Hilfmittel benutzt werden. Die oft leuchtend bunten Muster stellen Fische, Blumen und Wasser dar. Darsteller okinawanischer Tänze tragen häufig Bingata-Kleider.

Gewebte und gefärbte Textilien können im traditionellen Ryūkyū-no-Yakata Kunst- und Handwerksmuseum in Okinawa be­wun­dert werden.

Lackarbeiten aus Okinawa

Das ideale Klima Okinawas mit einer Kombination von hoher Luftfeuchtigkeit und hohen Temperaturen eignet sich hervorragend zur Herstellung von Lackwaren. Bereits seit dem 14. Jahr­hundert wurde in Okinawa Lackware aus China vertrieben. Die Lack­waren­herstellung wurde immer weiterentwickelt und von Generation zu Generation weitergegeben, sodass Okinawa schnell für seine Lackarbeiten berühmt wurde.

Im 16. Jahr­hundert wurden die Lackarbeiten unter der königlichen Verwaltung in einer speziellen Anlage produziert, der Kaizuri-bugyosho. Die diplomatischen Beziehungen mit den Nachbarn des Ryūkyū-Königreichs wurden durch den Handel mit den auf­wen­di­gen Lackarbeiten aufrechterhalten und als Tributzahlung an den chinesischen Kaiser verwendet. Die zeitgenössischen Lackwaren waren Chinkin, eine detaillierte Schnitzerei mit Goldeinlagen sowie Lackarbeiten in zinnoberrotem Lack mit Perl­mutt­einlagen.

Aufgrund der wirtschaftlichen Probleme ging die Herstellung von Lackarbeiten in Kaizuri-bugyosho allmählich zurück. Daher wur­de die Produktion der Ryūkyū-Lackarbeiten Anfang des 19. Jahr­hunderts immer mehr in private Werkstätten verlagert. Die privaten Werkstätten wurden der wichtigste Produzent der Ryūkyū-Lackarbeiten. Dabei wurden die Techniken shu-urushi ver­wen­det, eine zinnoberrote Lackarbeit, sowie einfache Designs mittels Gold Applikationen, welche sich gut für die Massen­pro­duk­ti­on eigneten. Die Stücke wurden einfacher, ohne übermäßige Verzierungen.