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Sansha Taisai Schreinfest in Hachinohe

Prachtvoller Festwagen des Sansha Taisha Matsuri

Das Sansha Taisai Festival (jap. 三社大祭) wird jedes Jahr vom 1. bis zum 3. August bzw. vom 31. Juli bis zum 4. August in Hachinohe gefeiert, einer Ha­fen­stadt im Norden von Tohoku. Sansha Taisai bedeutet so viel wie „großes Fest der drei Schreine“. Diese drei Schreine sind der Ogami-jinja (霊神社), der Shinra-jinja (新羅神社) und der Shinmei-gu (神明宮). Das Festival gilt mit über 20 Motivwagen als das größte Motiv­wa­gen-Festival Japans.

Das Fest geht zurück auf das Jahr 1721. Damals ordnete der Herrscher von Hachinohe infolge der guten Ernte an, die lokale Shinto Gottheit in einer Pro­zes­si­on aus dem Ogami-jinja auf einem prächtigen tragbaren Altar zum Shin­ra-jinja zu tragen, der in der Nähe des Ortes lag, an dem die Gottheit seiner Vorfahren verehrt wurde. Dieser Besuch der beiden Gottheiten wurde drei Ta­ge lang gefeiert.
Im Jahr 1824 beschloss ein anderer Herrscher der Region, die Festlichkeiten noch eindrucksvoller zu gestalten. Um den benachbarten Fürsten zu im­po­nie­ren, ließ er prunkvolle Puppen auf den tragbaren Schreinen anbringen und gab der Armee den Befehl, ebenfalls an der Parade teilzunehmen. Es dauerte nicht lang, bis seit 1889 auch der dritte Schrein sich den Feierlichkeiten anschloss und die Puppen, die bisher immer wieder­ver­wendet wurden, jährlich durch neue ersetzt wurden. So nahm das Sansha Taisai Festival allmählich die Form an, in der es heu­te gefeiert wird.
Im Jahr 2004 wurde das Sansha Taisai Festival von der Regierung in die Liste des „Important Intangible Folk Culture Property“ aufgenommen.

Die Eröffnungszeremonie des Festivals findet jährlich am Abend des 31. Juli statt. Höhepunkt ist der Wettbewerb der Taiko- und Flötenspieler. Am Nachmittag des 1. August ziehen dann die Mikoshi, die tragbaren Schreine für die Götter, vom Rathaus aus zum Shinra-jinja.
Seit 1827 wird am 2. August vor dem Shinra-jinja Kagami, eine Art japanisches Polo gespielt. Am Abend beginnt dann die Pa­ra­de der Motivwagen, die am folgenden Tag noch einmal wiederholt wird. Dabei ziehen die Wagen am ersten Paradetag vom Rat­haus zum Schrein und am nächsten Tag von dort wieder zurück. Während die Parade am 3. August tagsüber stattfindet, zieht sie am 2. August im Dunkeln zum Schrein, sodass die Besucher die Beleuchtung der Wagen bestaunen können.
Die Motivwagen selbst sind aufwendig gestaltet. Jeder Stadtteil entwirft einen eigenen „Dashi“, wie die Wagen auf Japanisch ge­nannt werden, ca. 11 Meter lang und 5 Meter hoch. Die Motive sind der Mythologie, der Geschichte und dem Kabuki-Theater ent­lehnt. Auf ihnen fahren Menschen, die sich als Samurai, Geisha oder Kurtisanen verkleidet haben. Gezogen werden die Wagen durch lange Seile von den Bewohnern der einzelnen Viertel, darunter auch viele Kinder und Jugendliche. Weitere Highlights der Parade sind beispielsweise der Löwentanz oder der Tigertanz. Wer von dem Tiger „gebissen“ wird, so sagt man, ist sicher vor Krankheiten und Unfällen.
Am Abend des 4. August findet eine Abschlusszeremonie am Rathaus statt, die mit Taiko- und Flötenspiel begleitet wird.

Sehr langer Festwagen des Sansha Taisai Festivals Kinder beim Sansha Taisai Fest Fudo-Myoo-Statue auf einem Festwagen