UNESCO Weltkulturerbe & Weltnaturerbe in Japan

Shirakami Sanchi

Buchenwald von Shirakami Sanchi

Ein Teil des Buchenwaldes der Region Shirakami-Sanchi wurde zum UNESCO-Welt­naturerbe erklärt. Er befindet sich im Norden der japanischen Insel Honshu innerhalb der Präfekturen Akita und Aomori. Von der Gesamt­fläche des 1300 km² großen Buchenwaldes wurde ein besonders unberührt gebliebenes Teilgebiet von 169,7 km² zum Weltnaturerbe erklärt. Die Be­zeich­nung der Region Shirakami bedeutet „weiße Kami“, Kami sind Gott­hei­ten aus dem Shintoismus. Der Begriff Shirakami wird mit „Weissgottbergen“ ins Deutsche übertragen.

Die in dieser Region vertretene Siebold-Buche war in Japan früher weit ver­brei­tet, ganz Japan war mit Urwäldern dieser Buche bedeckt, doch Ro­dung­en dezimierten den typischen japanischen Urwald. Wer über den deutschen Namen Siebold verwundert ist, dem sei erklärt, dass Philipp Franz von Siebold (1796–1866), ein Arzt aus Würzburg, der für die Holländer in Nagasaki arbei­te­te, diese Pflanze entdeckte. 1993 wurde die Bedeutung dieser Waldfläche durch die Erklärung zum Weltnaturerbe für die Nachwelt gewahrt. Der Wald ist jetzt Rückzugsgebiet für viele Tierarten.

Der Buchenwald von Shirakami darf nur mit Erlaubnis der Verwaltung betreten werden. Eine große Region des Schutz­gebietes verfügt nicht einmal über begehbare Pfade und ist so aus rein praktischen Gründen der Öffentlichkeit nicht wirklich zugänglich. Doch wer in den Seen am Fuße der Wasserfälle und Flüsse der Region fischen möchte, kann hierzu bei der Verwaltung anfragen.

Der Wald der Region setzt sich neben der Siebold Buche auch aus weiteren Buchenarten zusammen. So ist auch die Kerb-Buche vertreten. Sie gilt als völlig ungeeignet für die Kultivierung des Shiitake Pilzes, ein wichtiges Nahrungs­mittel in Japan. Daher wurden die Buche nicht wie die Buchen in den umliegenden Wäldern durch die Interessen der Shiitake-Züchter okkupiert. Neben diesen Buchen findet sich noch die Japanische Hopfenbuche (Ostrya japonica, Asada) in dem Buchenwald von Shirakami. Unter den anderen Baumarten tritt noch der Japanische Kuchenbaum (Katsura) in Erscheinung.

Auch wenn die Begehbarkeit der ge­schützten Region sehr eingeschränkt ist, kann der Besucher auf den an das geschützte Teilgebiet angrenzenden Flächen die Schönheit und Charakteristika der weitgehend naturbelassenen Berg­landschaft nachvollziehen. Der höchste Berg der Region, der 1232 Meter hohe Shirakamidake liegt außerhalb der Schutzzone und ist ohne besondere Erlaubnis begehbar. Von hier aus kann man einen beeindruckenden Rundblick auf die geschützte Waldregion werfen. Die „Anmonnotaki“ (Schattentor-Fälle) sind im Schutzgebiet, es gibt aber Wege dorthin, sie können zu Fuß erreicht und besichtigt werden. So kann der Besucher von hier aus auch einen Blick auf die vielen sich hier frei entfaltenden Pflanzen werfen und mit etwas Glück auch Vögel beobachten. Die Wissenschaftler zählten 500 Pflanzen- und 87 Vogelarten in dieser Region, darunter den auf der Roten Liste befindlichen Schwarz­specht. Auch imposante Vögel wie der japanische Steinadler oder der Nepalhaubenadler zeigen sich hier. Unter den Säugetieren ist der japanische Serau (Capricornis crispus), ein ziegenartiger Pflanzenfresser aus der Familie der Horn­träger (Bovidae) hervorzuheben, der sich hier von seiner exzessiven Bejagung durch die Japaner erholen konnte. Auch der Asiatische Schwarzbär, eine japanische Affenart, lebt hier sicher in ihren Verbänden. Zudem konnten hier 7 Reptilien-, ungefähr ebenso viele Amphibien- und 2212 Insektenarten gezählt und dokumentiert werden. Die Pflan­zen­welt zeigt sich hier insbesondere mit seltenen Orchideenarten.

Die Berglandschaft steigt bis 1243 Meter hoch und ist durchzogen von 15 Flüssen, die vom gebirgigen Dach des Waldes aus die unberührte Landschaft durchziehen. Der Wald ist von tiefen Tälern und steilen Hängen mit stark gezacktem Gestein durchzogen. Die Entstehung dieser dramatischen Landschaft ist auf Vulkaneruptionen auf einem 90 Millionen Jahre alten Granitsockel zurückzuführen. Vor etwa 16 Millionen Jahren bildete sich daraufhin aus den Gesteinsarten Liparit und Quarzporphyr das Bergland der Region.

Die dichte Besiedlung Japans, die aktuellen Umweltprobleme machen die Erhaltung dieses Weltnaturerbes zu einem besonderen Auftrag.

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Eine Übersicht der Weltkulturerbestätten in Japan

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