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UNESCO Weltkulturerbe & Weltnaturerbe in Japan

Schreine und Tempel von Nikko

Rinnoji Tempel

Schreine und Tempel Nikko

Die Entstehung des buddhistischen Rinnoji Tempel – Teil des UNESCO Welt­kulturerbes Japan – geht auf das Wirken des im 8. Jahrhundert in Japan tätigen Mönches Shodo Shonin von der Tendai-Sekte zurück. Im Jahre 766 errichtete er den ersten Tempel in Anlehnung an einen anderen Tempel, der auf dem heiligen Berg Hiei steht.

Der Gebäudekomplex Rinnojis steht aufgrund seiner kulturellen Bedeutung und seiner architektonischen Schönheit seit 1999 auf der Liste des UNESCO Weltkulturerbe Japan. Das religiöse Ideal Japans von vollkommener Har­mo­nie zwischen Mensch und Natur drückt sich in der hervorragenden Ein­glie­de­rung der Gebäude in die umliegende Landschaft aus.

Einige Bauwerke stammen noch aus der Ursprungszeit des 8. Jahrhunderts. Sie dienten asketischen Mönchen, Pilgern und einheimischen Gläubigen über Jahre hinweg als Anbetung- und Medi­ta­ti­ons­stätte. Als sich gegen Ende des zwölf­ten Jahr­hunderts das Kamakura Shogunat in Kanto etablierte, konnte Nikko trotz schwindenden politischen Einflusses als sakrale Stätte überleben. Zur Zeit der Muromachi-Unruhen im 16. Jahrhundert war das Gebiet allerdings wei­test­ge­hend verlassen. Erst mit der Einführung des Bakufu-Systems im 17. Jahrhundert und der Wiederbelebung des Tem­pel­gebietes durch umfangreiche Neubauten der Tokugawa-Familie erlangte auch der Rinnoji-Tempel einen höheren Status. Während der über 250 Jahre andauernden Herrschaft des Regimes gewann Nikko überregionale Bedeutung und viele Nachbarn mussten der Stadt Tribut zahlen. Die Bauwerke rund um Nikko zeugen vom Reichtum jener Epo­che. Allerdings haben längst nicht alle Bauten überlebt. Während im 15. Jahrhundert noch über 500 Gebäude die Hänge des Berges schmückten und dem Rinnoji-Tempel unterstanden, gehören inzwischen nur noch 15 Bauten zum Tempel­bezirk. Ursprünglich bestand eine enge Verbindung zwischen den Gebäuden des Rinnoji-Tempels und den an­sässigen Shintoschreinen Futara-san und Tosho-gu. Im Jahr 1879 veranlasste die Meijiregierung allerdings eine klare Trennung von Buddhismus und Schintoismus, sodass mehrere Gebäude des Rinnoji-Tempels auf ihre heutigen Stand­orte verlegt wurden. Heute ist der Tempel Zentrum der Tendai-Shu-Sekte und zählt zum UNESCO Weltkulturerbe Japan.

Statue von Shodo Shonin Die Sourintou

Der Rinnoji-Tempel befindet sich östlich des Nikko Nationalparks und liegt somit 150 km nördlich von Tokio. Zu erreichen ist der Tempel über die Pil­ger­straße Omotesando. Ein japanisches Sprichwort besagt, das man nie behaupten sollte, man habe etwas Wundervolles gesehen, wenn man die Stadt Nikko nicht besucht habe. Grund dafür sind wohl vor allem die prachtvollen Tempelanlagen. Wie bereits erwähnt wurden die im­posan­tes­ten Gebäude des Rinnoji-Tempels in der Edo-Zeit zu Beginn des 17. Jahr­hunderts erbaut, in welcher der Komplex auch seinen heutigen Namen erhielt. 1653 wurde das Taiyu-in Reibyo errichtet. Es beherbergt die sterblichen Überreste von Tokugawa Iemitsu – dem dritten Shogun der Dynastie – und bestand ursprünglich aus mehreren dutzend Gebäuden im Gongen-zukuri-Baustil. Der Rinnoji-Tempel wurde bis ins 19. Jahrhundert immer von einem Oberabt geleitet, der der Kaiserfamilie entstammte. Die Äbte pflegten in der Edo-Zeit eine gute Beziehung zu den Angehörigen des Tokugawa-Clans, wodurch es wohl auch möglich wurde, dass ein Clanoberhaupt auf dem Tempelgelände beigesetzt wurde. Der Haupt­schrein des Taiyu-in Reibyo, der Ai-no-ma-Raum, steht heute nur den Priestern offen, während die Gebetshalle (haiden) auch von gläubigen Laien betreten werden kann.
Hauptattraktion der Tempelanlage von Rinnoji ist allerdings die Sanbutsu-do-Halle, welche auch Drei-Buddha-Halle genannt wird. Sie ist die größte Halle Nikkos und beherbergt neben den Porträts der Tempeläbte Tenkai und Ryogen, drei 8 Meter hohe vergoldete Holzstatuen. Die erste Statue stellt Amida Buddha, eine der höchsten Buddha-Gottheiten, dar. Der Gott soll über die Macht verfügen die Menschheit in Notzeiten zu beschützen. Manche Sekten glauben außerdem, wenn man hier „Namu-Amida-Butsu“ in einer bestimmten Tonlage singt, habe dies eine Wiedergeburt in Amidas Himmel zur Folge. Die zweite Statue fällt vor allem durch ihren riesigen Pferde­kopf auf und symbolisiert Bato-Kannon. Diese Göttin soll die Schwie­rig­keiten der Menschheit wegfressen, wie die Pferde das Gras. Die tau­send­armige Senju-Kannon ist die Beschützerin der Armen und Göttin der Barmherzigkeit. Sie wird mit 4 Armen vorne und 25 Armen hinten dar­ge­stellt, wobei jeder dieser Arme für die Kraft von 40 stehen soll. Inter­es­sant ist, dass sich die drei Gottheiten, mit den drei im Shinto-Schrein Futara-san verehrten Bergkami decken. Dies ist ein Zeugnis von der engen Verbindung zwischen Shintoismus und Buddhismus in diesem Gebiet.
Gegenüber der Sanbutsudo-Halle steht das Homotsuden Schatzhaus. Hier findet sich eine Sammlung aus Bud­dhis­ti­sch­en und Tokugawa-Ausstellungsstücken. Diese Tempelschätze können auch besichtigt werden. Neben der Schatz­halle erstreckt sich der Shoyoen-Garten, ein eindrucksvoll gestalteter japanischer Garten. Zur Ehre des Erbauers be­herbergt der Tempelpark außerdem noch eine Statue des Mönches Shodo Shonin.

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Eine Übersicht der Weltkulturerbestätten in Japan

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