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UNESCO Weltkulturerbe & Weltnaturerbe in Japan

Historisches Kyoto

Saihoji Tempel

Historisches Kyoto

Der Saiho-ji ist ein in einen Moosgarten eingebetteter buddhistischer Tem­pel in Kyoto, der japanischen Hauptstadt von 794 bis Mitte des 19. Jahr­hun­derts. Der Tempel wurde bereits 731 erbaut und im Jahre 1339 in einen Zen-Tempel umgeweiht. Der Saiho-ji, der auch Moostempel genannt wird, erlangte vor allem durch seinen Moosgarten Berühmtheit.

Der Moosgarten war der erste seiner Art in Japan und erlangte in Ver­bin­dung mit dem buddhistischen Tempel eine besondere Bedeutung für die ja­panische Kultur. Dies führte dazu, dass das UNESCO Weltkulturerbe Japan Saiho-ji als Gesamtwerk im Jahre 1994 als ein Teil des Weltkulturerbes des „Historischen Kyoto“ in die Liste der UNESCO aufgenommen wurde.

Das UNESCO Weltkulturerbe Japan Saiho-ji ist historisch sehr eng mit der Geschichte des Buddhismus in Japan ver­knüpft. Über die Umwege Indien, China und Korea erreichte der Buddhismus im 6. Jahrhundert auch Japan. Nach mehrfachen kriegerischen Auseinandersetzungen wurde er schließlich im Jahre 594 auf kaiserliche Anordnung zur Staatsreligion erklärt. Die Frühform des japanischen Buddhismus war aber anfänglich noch sehr mit dem Shinto-Kult vermischt. In diese Frühphase des Buddhismus fiel auch der Bau des Saiho-ji Tempels im Jahre 731. Erst Jahrhunderte später wurde in Japan die „reine“ Form des Zen-Buddhismus eingeführt.
Die japanische Stadt Kyoto gewann bereits zu dieser Zeit dank ihrer buddhistischen Tempel immer mehr an Bedeutung und war vor allem zwischen dem 8. und 17. Jahrhundert durch ihre vom Buddhismus beeinflusste Architektur und Gar­ten­baukunst für die Schaffung grundlegender japanischer Traditionen verantwortlich. Die Gestaltung der japanischen Gärten hatte im späteren Mittelalter einen tiefgreifenden Einfluss auf die Gartenarchitektur der restlichen Welt.
Der Saiho-ji Tempel wurde im Jahre 1332 zu einem Zen-Tempel umgeweiht. Damit einhergehend war die Umgestaltung des natürlichen Umfeldes des Tempels in einen wohlstrukturierten Zen-Garten, der bis heute seinesgleichen sucht. Die Struktur dieser ursprünglich nicht als Moosgarten geplanten Anlage war prägend für die japanische Gartenkunst und somit auch für die Gartenarchitektur weltweit.

Moostempel Saihoji Der Moosgarten entwickelte erst im Laufe der Jahrhunderte seine jetzige Form, die stilprägend für die Gartenkultur war. Wie es der Name bereits besagt, erlangte der Garten durch sein üppiges Mooswachstum Bekannt­heit. Durch den nassen Lehmboden und die schattige Lage begünstigt vereinigt das UNESCO Weltkulturerbe Japan Saiho-ji mehr als 120 Moos­arten in seinem Garten. Das Moos bedeckt die Gartenfläche fast voll­stän­dig und vermittelt hierdurch den Anschein, dass ein grüner, flauschiger Teppich den Boden der Anlage geradezu verhüllt. Der Garten lässt sich in zwei Bereiche unterteilen: Den ebenflächigen Teichgarten in der unteren Ebene und den hügeligen Bereich mit zum Teil bi­zarren Gesteins­forma­tio­nen in der oberen Ebene. Der untere Bereich symbolisiert hierbei das Leben im Paradies als eine Welt der Ruhe und Entspannung, während der obere Bereich mit seinen rauen Gesteinsformationen die Un­voll­kommenheit und innerliche Zerrissenheit der gegenwärtigen Welt ausdrückt.
Zentraler Punkt der unteren Ebene ist der „Goldene Teich“, dessen Form und Ausgestaltung dem japanischen Schrift­zeichen für „Herz oder Geist“ nachempfunden wurde. Inmitten des Teichs vermitteln drei Inseln, die mit moosbe­wach­senen Brücken miteinander verbunden sind, ein Gefühl der Ruhe und Ausgeglichenheit. Die Inseln stehen dabei als Symbol für das buddhistische Bild des Paradieses. Eine Gesteinsformation nahe einer der Inseln steht sinnbildlich für Boote, die sich auf dem Weg zum oder vom Paradies befinden. Im Herbst sorgt das leuchtendgrüne Moos im Zusam­menspiel mit dem rötlichen Laub des Ahornbaums für ein visuelles Hochgefühl.
Die zum Teil bizarren Steinformationen der oberen Ebene des Moosgartens sind ein fast schon als antik zu bezeich­nendes Beispiel für eine gelungene Trockenlandschaftstechnik. Die Steingruppen bilden einen zum Teil düsteren Kontrast zu der grünen Landschaft, die sie umgibt. Die beeindruckenden, zum Teil horizontal und vertikal „zusam­menfließenden“ Felsformationen geben dem Betrachter das Gefühl von Leichtigkeit und Zeitlosigkeit. Der Gesteinsgarten im oberen Bereich ist durch einen schmalen, abwärts führenden Weg mit der Teichebene verbunden.
Die gesamte Tempelanlage hat nur wenige nennenswerte Gebäude. Im östlichen Bereich der Tempelanlage befinden sich der Sarai-do Tempel mit seiner 1969 restaurierten Haupthalle, eine dreistöckige Pagode und darüber hinaus drei Teehäuser. Das älteste Teehaus, der Shonantei-Pavillon, wurde bereits im 14. Jahrhundert errichtet und nach seiner Zerstörung aufwändig wiederhergestellt. Die 1920 und 1928 erbauten Teehäuser Shoan-do und Tanhoku-tei ergänzen diesen Teil der Anlage. Auf dem nördlichen Tempelgelände befindet sich im Bereich des Steingartens die Shito-an Tem­pelhalle. Zwei mit Gravuren versehene steinerne Denkmäler sowie ein Portrait des Gestalters der Anlage, Muso Soseki, runden das Bild der Tempelanlage ab.

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