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Koi – Sinnbild Japans

Koi-Karpfen mit rotem Punkt

Koi bedeutet in der westlichen Welt „Karpfen“. Das japanische Wort für Koi ist „Nishikigoi“. Damit sind die farbigen Varianten der Fische gemeint. Als „Koi“ werden meistens Karpfen im Allgemeinen bzw. in der wilden Natur lebende Tiere bezeichnet. Mittlerweile gibt es viele Zuchtformen und der Preis der Fi­sche reicht bis in den fünfstelligen Bereich. Nicht nur für Liebhaber, sondern auch für die Gesellschaft Japans hat der Koi heute eine große Bedeutung er­langt. Aber was macht den Karpfen so berühmt?

Die Legende des Koi und seine Bedeutung für die japanische Kultur

Einer japanischen Legende nach verwandelt sich ein Koi in einen Drachen, wenn er es schafft, den gelben Fluss und die Wasserfälle zum Drachentor hinauf zu schwimmen. Er ist der einzige Fisch, dem dies überhaupt gelingen kann. Deshalb wird er oft in Tattoos als Zeichen von Zielstrebigkeit und Ausdauer verarbeitet. Er gilt außerdem als Symbol für Fortschritt und weltliches Streben. Weil der Koi den Wasserfall bezwingen kann, assoziieren viele Japaner ihn auch mit Mut und der Fähigkeit, hohe Ziele zu erreichen.

Vorkommen und Zucht

Verschiedene Sorten von Koi-Karpfen

Nach Rückschlägen wie der Wirtschaftskrise Anfang des 19. Jahr­hunderts und während des zweiten Weltkriegs hat sich der Markt für die Koi-Züchter wieder erholt. Als Nahrungsmittel für die Reisbauern einer Region Japans blieb der Fisch lange Zeit unbekannt und auch seine farbenfrohe Züchtung verbreitete sich anfangs nicht. Schließlich gründete der Bürgermeister von Niigata die erste Koi-Organisation. Folglich wurden 27 der schönsten Koi zur Taisho-Ausstellung 1914 nach Tokyo gebracht. Die mutierten Fische ge­wan­nen an Ansehen und belegten den zweiten Platz. Daneben wurden dem interessierten Kronprinzen und Biologen Hirohito sieben Kois als Geschenk überreicht. Dies wird oft als Durchbruch für die Zucht der Tiere verzeichnet.
Heute gibt es weltweit erfolgreiche Zuchtstationen.

Ungefähr ein Dutzend Hauptvarianten des Kois und weitere 100 Unterarten sind bekannt. Eine Auswahl unter ihnen sind Kohaku (weiß mit roten Mus­tern), Taisho Sanke (weiß mit roten und schwarzen Flecken), Showa Sanshoku (schwarz mit roten und weißen Mustern), Ogon (goldgelb oder weiß), Tancho (weiß mit rotem Kopffleck) und Asagi (blaugrüner Rücken, roter Bauch und Flossenansatz).

Vor allem im Raum Asien, wo der Fisch eine große Bedeutung hat, steigt die Zahl der Liebhaber ständig an. Japan, Singapur und Korea sind Zentren für die Zucht der Tiere. In die freie Natur sind die verschiedenen Arten der Koi wohl durch Nachlässigkeit der Züchter gelangt. Mittlerweile ist der Teichfisch in fast allen Ländern Europas zu Hause.

Biologische Faktoren – Ernährung, Lebensraum und Nachkommen

Die Ernährung hat einen großen Einfluss auf Wachstum und Lebensdauer der Fische. Im Grunde ist der Koi ein Allesfresser. Als Zugabe für die Fütterung besonders empfehlenswert sind getrocknete Bachflokrebse, da in ihnen noch viele Vitamine und Mineralien enthalten sind. Die Ballaststoffe sorgen außerdem dafür, dass die Hauptnahrung besser verdaut wird. Auch Seiden­raupen­puppen schmecken den Fischen besonders. Welche Futtersorte als Hauptnahrungsmittel ausgewählt wird, entscheiden Züchter erst nach ausreichender Information und Beratung. Wichtig hierbei ist die Variation. Fischöle und Vitamine werden von den Karpfen schnell verarbeitet und können in jedem Fall dazu gegeben werden. Auch Futterpasten und Mineralpulver reichern die Ernährung in den Sommermonaten an. Im Winter werden die Karpfen nicht gefüttert.

Auch das Abstimmen des Lebensraums ist wichtig, wenn die Tiere ihr hohes Alter von etwa 60 Jahren erreichen sollen. Auch unter weniger guten Bedingungen ist es den Koi möglich zu leben, aber sie sterben meist schon nach circa 10 Jahren. Bei einer Wassertemperatur von 23–25°C fühlen sich die Koi am wohlsten; unter 4°C darf die Temperatur nicht sinken. Auch auf eine möglichst hohe Keimfreiheit im Wasser ist zu achten. Die pH- und Nitritwerte müssen ständig überwacht werden.

Kois werden sehr groß: Sie können bis zu einem Meter wachsen. Doch was steht am Anfang ihres Wachstums?
Die Monate April, Mai und Juni gelten als Paarungszeit für die Karpfenarten. In einem möglichst sonnigen und ruhigen Eck des Teiches laichen die Fische. Wasserpflanzen werden hierbei als Nistmaterial benutzt. Der Laichvorgang kann sechs bis 12 Stun­den dauern. Befruchtete Eier sind strahlend gelb, im Gegensatz zu den bleichen unbefruchteten Eiern. Spätestens nach einem Tag sieht man dann die winzigen Fische als kleine schwarze Punkte im Wasser schwimmen. Nur ein Teil der befruchteten Eier kann aufwachsen – denn die Mutter legt etwa eine halbe Million Eier ab. Anfangs fressen die Tiere Wasserflöhe und andere Mikroorganismen.

Koi-Karpfen im Teich